Die neuesten Meldungen über meine Einsätze findet Ihr hier.

26. Juli 2009

Total 24 Hours of Spa 2009

Ziel mehr als nur erreicht!

Letzte Woche hatte ich noch gesagt, ich möchte bei den 24 Stunden von Spa mit dem Phoenix-Audi R8 LMS die Klasse gewinnen. Das haben wir geschafft, aber mehr noch, wir landeten auf dem Podium im Gesamtklassement. Damit haben wir sicher nicht gerechnet.

Wir, das waren neben mir meine Fahrerkollegen Henri Moser, Marcel Fässler und Alexandros Margaritis sowie das gesamte Team von Phoenix. Wie alle in Spa an einem Strang gezogen haben, war genial.

Wir wussten vom ersten Training an, dass wir schnell sind. In beiden Sessions waren wir mit den Positionen 9 und 11 bei der Musik. Nur im Qualifying lagen wir etwas weiter hinten, aber das hatte seine Gründe. Wir hatten unsere Box in der alten Boxenanlage von Spa, also im Bergabstück in Richtung Eau Rouge. Wie üblich war es nicht erlaubt, dass sich die Autos vor Trainingsbeginn an der Boxenampel anstellen. Da aber Regen drohte, hielt sich kaum jemand an die Regal, außer uns natürlich. Also wartete Marcel vor der Box, nur um zuzusehen, wie sich einer nach dem anderen an der Ampel anstellt. Die Rennleitung hat aber nicht reagiert, wir waren aber die Dummen und mussten uns im Verkehr einreihen.

In der ersten schnellen Runde wurde Marcel von einem Ford leicht getroffen und verlor viel Zeit. Die Runde war deshalb mehr als fünf Sekunden langsamer als das, was normal machbar gewesen wäre. Es blieb dummerweise aber die einzige schnelle Runde, denn es begann zu schütten. Die Strecke trocknete während der gesamten drei Quali-Sessions nicht mehr ab. Aber egal, es ist ein 24 Stunden-Rennen, da ist der Startplatz zweitrangig.

Dafür hatten wir am Samstag dann ein nahezu perfektes Rennen. Marcel fuhr den Start, nach einer guten halben Stunde war er bereits in den Top-10 und hatte alle GT2 hinter sich gelassen.
Es war vor allem in der ersten Hälfte sehr hart. Es gab immer wieder Regen, mal mehr, mal weniger. Mal musste man auf Regenreifen wechseln, mal war es besser, auf der Strecke zu bleiben. Wir Fahrer bekamen viele Möglichkeiten, Fehler zu machen, aber das taten wir nicht. Jeder von uns erfüllte seine Aufgabe. Bei Marcel und mir war dies aufgrund unserer Erfahrung zu erwarten, aber auch absolut Hut ab vor Henri Moser und Alexandros Margaritis. Henri ist gerade einmal 21 und hat mit Langstreckenrennen praktisch gar keine Erfahrung. Und Alex fuhr vor einem Jahr genau hier sein letztes Rennen. Aber trotzdem machten beide einen tollen Job, waren schnell und blieben fehlerlos. Wir waren eine absolut homogene Mannschaft, es war gar nicht nötig, einen Pilot länger am Steuer zu lassen, um Schwächen anderer zu kompensieren. Jeder von uns war in etwa die gleiche Zeit am Steuer, lediglich Marcel und ich fuhren je einen Doppelstint, der sich aus der Rennsituation ergeben hatte.

Dazu hatten wir eine fantastische Crew an der Box, alle unsere Stopps waren schnell und ohne auch nur den kleinsten Patzer. So kamen wir mehr und mehr nach vorne. Da viele der alten GT1 schwächelten, wurde irgendwann auch das Podium greifbar. Als dann auch die lange um die Führung kämpfende Corvette technische Probleme bekam, waren wir auf Position drei.

Der R8 LMS lief bis kurz vor Ende absolut problemlos, in der vorletzten Stunde mussten die Kühleinlässe kurz gereinigt werden, das war aber schon alles. Henri fuhr dann ins Ziel und ich muss sagen, ich war schon wirklich stolz. Klassensieg und Dritter in der Gesamtwertung. Dazu schneller als alle GT2 sowie der Nissan, der nach dem neuen GT1-Reglement aufgebaut war.

Stolz war ich aber auch, ein Teil dieses Teams zu sein. Denn das war bei Phoenix diesmal wirklich etwas ganz Besonderes. Dazu hatten wir alle mit den Jungs einen Riesenspass. Wenn ich mich hier bei allen bedanke, dann ist dies sicher keine Floskel, sondern absolut ernst gemeint!
So soll es sein!

© Marc Basseng 2000-2010   |   Impressum